Licht als Teil der Fürsorge in Buchinger Wilhelmi Marbella

Licht als Teil der Fürsorge in Buchinger Wilhelmi Marbella

Im Schatten alter Palmen vor der Kulisse des Mittelmeers öffnet sich die Casa del Silencio der Klinik Buchinger Wilhelmi Marbella über eine Galerie weißer Bögen zum Garten. Gefiltertes Tageslicht fällt durch die Vorhänge, zeichnet weiche Lichtverläufe auf den Naturstein und inszeniert einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen. Helles Holz, der Wasserteich und die umgebende Vegetation vervollständigen eine Szenerie, die sich bewusst von dem typischen Bild einer Klinik entfernt und vielmehr den Charakter eines Orts der Zurückgezogenheit und Erholung vermittelt. Architektur, Licht und Landschaft laden dazu ein, den Alltag hinter sich zu lassen, eine Pause einzulegen und vor allem Selbstfürsorge wieder einen zentralen Platz einzuräumen.

2018 als Anbau der Hauptklinik eröffnet, setzt die Casa del Silencio die Identität der von Dr. Otto Buchinger gegründeten Einrichtung fort, die für die Einbindung des therapeutischen Fastens und der integrativen Medizin in ein ganzheitliches medizinisches Programm steht. Ein Ansatz, der Genesung nicht als Unterbrechung des Alltags begreift, sondern als Möglichkeit, ihn aus einem veränderten Rhythmus neu wahrzunehmen – fern der konventionellen Gesundheitsstandards und räumlich übersetzt in großzügige Proportionen, natürliche Materialien sowie eine auf Ruhe, Ordnung und Gleichgewicht ausgerichtete Organisation.

Weiträumigkeit, Schatten und die Verbindung nach draußen definieren zur Landschaft hin eine offene Galerie, in der Durchblicke und Bögen den Garten und das Wasser mit einer sich im Tagesverlauf verändernden Lichtwirkung rahmen. Eben diese Kontinuität macht den Weg frei für eine Beleuchtung, die sich diskret in ihren ruhigen Charakter einfügt. Im Mittelpunkt dieser Szenerie steht ein langer Holztisch am Wasser und zur Vegetation hin geöffnet, der einen Großteil der Aktivitäten bündelt und als Treffpunkt fungiert. Darüber bringt die Kollektion Circus, entworfen von Antoni Arola, eine schwebende Struktur in schwarzer Ausführung ein, die der Längsachse des Tisches folgt und den Raum mit präziser, leichter Präsenz gliedert.

Vibia The Edit - Buchinger Wilhelmi Project

Diese Präzision überträgt sich natürlich auch auf die Art der Lichtverteilung. Dank der Stromschiene lassen sich kugelförmige Schirme und kleine Spots über dem Tisch positionieren, ohne die Decke mit zusätzlichen Elementen zu überladen, sodass jede Leuchte einer klaren Funktion folgt, während die Kontinuität der Komposition bewahrt bleibt. Die konischen Schirme erzeugen dabei ein auf die Tischfläche gerichtetes Licht und begleiten einfache Tätigkeiten wie Lesen, Gespräche oder kurze Pausen zwischen den Aktivitäten, während die Spots direktes, punktuelles und kontrolliertes Licht in den jeweils erforderlichen Bereichen bereitstellen.

Vibia The Edit - Buchinger Wilhelmi Project
Vibia The Edit - Buchinger Wilhelmi Project

Das Ergebnis? Ein modulares System, das die Kombination unterschiedlicher Lichtwirkungen in einer einzigen Lösung ermöglicht. Das Licht lässt sich an verschiedenen Intensitätsstufen und Nutzungssituationen anpassen, bleibt dabei zurückhaltend im Ausdruck und unterstützt die räumliche Klarheit der Galerie auch bei wechselnden Nutzungen. Alles bleibt letztlich in eine gemeinsame Struktur eingebunden, im Einklang mit der Ruhe, die die Intervention ausstrahlt, mit dem umgebenden Rahmen und mit einer Beleuchtung, die funktionale Lösungen bietet, ohne sich visuell aufzudrängen.

Vibia The Edit - Buchinger Wilhelmi Project

In einem Umfeld, das wie dieses der Fürsorge und Genesung gewidmet ist, darf Beleuchtung nicht bei einer rein praktischen Lösung stehenbleiben. Die Beleuchtung beeinflusst auch die Art, wie ein Ort wahrgenommen wird, wie man sich in ihm orientiert und wie jene kalte oder unpersönliche Wirkung vermieden wird, die häufig mit klinischen Räumen verbunden ist. In der Casa del Silencio geht diese Überlegung von der mediterranen Architektur selbst aus: Helle Wandflächen, Schattenzonen, großzügige Öffnungen und eine ständige Beziehung zum Außenraum bestimmen die Art und Weise, wie der Innenraum das Licht im Tagesverlauf aufnimmt, filtert und weiterführt.
Mit einer zurückhaltenden Präsenz, eingebettet in den ruhigen Charakter des Raums und achtsam mit dem Leben, das sich zwischen seinen Bögen über den Tag entfaltet, reagiert Circus auf diese Sensibilität, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die Kollektion begleitet das Projekt durch Funktion, Zurückhaltung und Sorgfalt und ermöglicht es, dass jede Aktivität die notwendige Intensität erhält, ohne die umgebende Ruhe zu stören. Ein Licht, das die Nutzung unterstützt und zugleich Momente der Entschleunigung im Raum zulässt.

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